Samstag 24. Februar 2018

1. Februar 2018 - Nachrichten am Morgen

Deutschland bietet ein dreistelliges Millionenpaket zur Förderung von Regionen an, in denen die vom Kolonialkrieg betroffenen Herero und Nama leben. Das berichtet die Allgemeine Zeitung unter Berufung auf eine Präsentation, die der deutsche Botschafter Christian Schlaga offenbar beim bislang letzten Treffen mit Vertretern Namibias Ende September in Berlin gehalten habe und die in die Hände von Medien gelangt sei. In einem Jahrzehnt der Versöhnung und Kooperation könnten von 2018 bis 2030 Gelder für Berufsausbildung, Bodenreform, ländliche Elektrifizierung, Wohnungsbau und regionaler Entwicklung fließen. Der Gesamtbetrag liegt laut AZ bei 289 Millionen Euro. Der Zeitraum decke sich mit der Entwicklungs-Vision 2030 der Regierung. Eine Reaktion Namibias auf den Vorschlag ist nicht bekannt; auch steht laut Bericht noch kein Termin für ein weiteres Treffen fest.

In Windhoek ist ein Fall von Cholera aufgetreten. Bei einem zehnjährigen Schüler aus Katutura sei die Erkrankung am Montag bestätigt worden, erklärte das Gesundheitsministerium gestern laut Namibian. Er sei am vergangenen Donnerstag zusammen mit zwei Mitschülern mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Die drei hätten gemeinsam etwas gegessen und sich danach übergeben; auch hätten sie Durchfall gehabt. Bei den anderen beiden Schülern verlief der Test auf Cholera negativ. Ursache ist oft mangelnde Hygiene. In wilden Siedlungen in Katutura wurde im Dezember ein Ausbruch an Hepatitis E registriert - mit inzwischen über 500 Fällen und zwei Toten.

Die Klage gegen einen Windhoeker wegen Beihilfe zum Schmuggel getrockneter Abalone aus Südafrika wird fallengelassen. Das habe die Staatsanwaltschaft gestern vor dem Magistratsgericht in Windhoek erklärt, berichtet der Namibian. Grund sei die Abwesenheit des Chinesen Zhi Geng, der Hauptangeklagter ist und sich nach seiner Freilassung gegen Kaution offenbar abgesetzt hat. Der 38-jährige Zhi war im Februar 2016 zusammen mit dem 47-jährigen Windhoeker James Wallace wegen Besitzes von 94 Kilogramm getrockneter Abalone aus Südafrika verhaftet worden. In Zhis Wohnung in Ludwigsdorf fand man zudem 1,15 Kilogramm zerkleinertes Rhino-Horn mit einem Schätzwert von 91.000 Namibia Dollar. Zhis Kaution von 250.000 Dollar wurde nun eingezogen.

Beim Stopp für Auslandsreisen von Regierungsvertretern werden in begründeten Fällen Ausnahmen gemacht. Das sicherte der Pressesprecher des Präsidenten-Büros, Albertus Aochamub, gestern auf Nachfrage des Namibian zu. Wenn ein Regierungsmitglied Namibia im Ausland dringend vertreten müsse oder ein Notfall auftrete, werde der Staat die Reise bezahlen. Jeder Fall werde für sich geprüft. Vorgestern hatte Aochamub in einer Presseerklärung ein Verbot für Auslandsreisen bis Ende Februar angekündigt. Ziel sei es, Kosten zu sparen. Präsident Hage Geingob gehe mit gutem Beispiel voran, indem er seine Reisen auf ein Minimum begrenze und nach Möglichkeit Linienflüge nutze.

Mit einer neuen Regelung bei Pachtverträgen für weiße Farmer will Simbabwes Präsident Mnangagwa die Wirtschaft des Landes wiederbeleben. Künftig will die Regierung Pachtverträge mit 99 Jahren Dauer anbieten - bisher sind die auf fünf Jahre befristet. Nur noch rund 200 weiße Farmer sind in Simbabwe aktiv - vor knapp 20 Jahren hatte Ex-Präsident Mugabe zahlreiche europäisch-stämmige Landwirte enteignet.

Im Fall des in der Türkei inhaftierten deutschen Journalisten Deniz Yücel hat die Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ihre Stellungnahme abgegeben. Laut Zeitung "Welt" heißt es darin, dass Yücel ausschließlich wegen seiner Berichterstattung inhaftiert worden sei. Justizminister Maas sagte der Zeitung, dass jede Unterdrückung kritischer Berichterstattung mit unserem Verständnis von Pressefreiheit nicht vereinbar sei. Yücel hatte gegen seine Inhaftierung geklagt - die Türkei wirft ihm Terrorpropaganda vor.

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