Sonntag 18. August 2019

13. September 2015 - Nachrichten am Morgen

In mehreren europäischen Städten haben tausende Menschen für und gegen die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. In Warschau waren 5000 Polen unterwegs, die islamfeindliche Parolen skandierten. In der slowakischen Hauptstadt Bratislava protestierten 1500 Asylgegner. In Kopenhagen beteiligten sich laut Polizei 30.000 Menschen an einer Kundgebung. Sie forderten, Asylsuchende im Land willkommen zu heißen. Die dänische Regierung hatte zuletzt den Zugverkehr von Deutschland vorübergehend gestoppt, um Flüchtlinge fernzuhalten.

Wegen der Flüchtlingskrise hat offenbar auch die Schleuser-Kriminalität in Deutschland rasant zugenommen. Das schreibt die Bild am Sonntag. Demnach wurden seit Anfang des Jahres mehr als 2.300 mutmaßliche Schleuser festgenommen, 40 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Die meisten Festgenommen stammen dem Bericht zufolge aus Ungarn, Rumänien und Syrien.

Die hohe Zahl neu ankommender Flüchtlinge stellt München derzeit vor eine große Herausforderung. Bis Mitternacht trafen über 10.000 Asylsuchende am Hauptbahnhof ein, und auch heute werden wieder tausende Flüchtlinge erwartet. Oberbürgermeister Reiter kritisierte erneut die mangelnde Hilfe aus anderen Bundesländern. Außer Nordrhein-Westfalen habe gestern niemand Flüchtlinge aus München aufgenommen. Die bayerische Landesregierung will heute bei einer Sondersitzung Sofortmaßnahmen beschließen.

Im Ukraine-Konflikt gibt es Hoffnung auf Fortschritte. Nach einem Treffen der Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine erklärte Bundesaußenminister Steinmeier, man sei in einigen Dingen entscheidend vorangekommen. In der kommenden Woche gibt es nach seinen Worten eine gute Chance, dass beide Konfliktparteien eine konkrete Vereinbarung zum Abzug von Waffen von der Kampflinie im Osten des Landes unterzeichnen werden. Russlands Außenminister Lawrow sprach von einer "wichtigen Etappe" zur Vorbereitung des Ukraine-Gipfels Anfang Oktober in Paris.

Russland greift offenbar in den Syrien-Konflikt ein. Moskau soll zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern in das Bürgerkriegs-Land geschickt haben. Die USA glauben, dass Russland auch militärisch in Syrien interveniert, Moskau bestreitet das allerdings. Russland ist einer der letzten Verbündeten der Regierung Assad. Die USA leiten die internationale Militärallianz im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Der türkische Regierungschef Davutoglu will bei den Neuwahlen in sieben Wochen die absolute Mehrheit erringen. Davutoglu sagte auf dem Parteitag seiner islamisch-konservativen Partei, für den Kampf gegen den Terrorismus sei eine Einparteien-Regierung notwendig. Bei der letzten Wahl hatte seine AKP die absolute Mehrheit verloren und keinen Koalitionspartner gefunden. Nach aktuellen Umfragen muss Davutoglu allerdings mit weiteren Verlusten rechnen. Damit rückt auch das Ziel von Staatschef Erdogan, ein Präsidialsystem einzuführen, in weite Ferne.

Trotz des tragischen Kranunglücks in Mekka soll die weltweit größte Pilgerfahrt Hadsch dort wie geplant stattfinden. Vorgestern war der Baukran bei Sturm und starken Regenfällen auf die Große Moschee von Mekka gestürzt, mehr als 100 Gläubige wurden getötet, rund 200 verletzt. Die Unglücksursache steht noch nicht fest. Ein Ingenieur der Baugruppe Bin Laden, die das Bauprojekt in Mekka ausführt und der Familie des getöteten Chefs des Terrornetzwerks Al-Kaida, Osama Bin Laden, gehört, wies den Vorwurf technischer Mängel zurück. Der Kran sei professionell aufgebaut gewesen. Das Unglück sei der "Wille Gottes" gewesen, sagte er.

Das Drama "Desde allá" aus Venezuela hat bei den Filmfestspielen von Venedig überraschend den Goldenen Löwen gewonnen. Das Debut von Regisseur Lorenzo Vigas beschäftigt sich mit der emotionalen Beziehung zwischen einem Teenager und einem älteren Mann.


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