Samstag 26. Mai 2018

15. Januar 2018 - Nachrichten am Morgen

Namibia hat ungewöhnlich scharf auf Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trumps reagiert, in denen er afrikanische Staaten als Drecksloch bezeichnet haben soll. Die namibische Regierung sei empört und angewidert, zitiert die Presseagentur Nampa [dt.] aus einer Mitteilung des Außenministeriums. Eine derartige Sprache habe keinen Platz im diplomatischen Umgang und verstoße gegen Normen des Anstands. Afrika befinde sich im wirtschaftlichen Aufwind, so das Ministerium. Auch seien die USA mit dem Blut und Schweiß afrikanischer Sklaven errichtet worden. Namibia achte jene US-Bürger, die sich von diesen abfälligen Äußerungen distanzierten. Auf sozialen Medien zirkuliert erneut ein Video-Clip der Lodge-Gruppe Gondwana. Diesmal präsentiert ein Trump-Imitator Namibia als - wunderschönes - Drecksloch.

In Swakopmund entsteht an der Stelle des ehemaligen Hallenbades an der Mole in der Tat ein fast 40 Meter hoher Gebäudekomplex. Das habe die Firma Jimmey Construction bestätigt, die als Projektberater auftritt, berichtet die Allgemeine Zeitung. Demnach betonte Firmenchef Jacko Koen, die Pläne würden den aktuellen Bau-Richtlinien der Stadt entsprechen. Er hoffe auf einen Baubeginn in zwei Monaten. Laut Koen umfasst der Komplex 155 Apartments mit ein bis vier Schlafzimmern sowie einige Penthouses und Restaurants. Die Bürger-Initiative SRA hatte beim Stadtdirektor eine offizielle Beschwerde gegen die neuen Bau-Richtlinien eingereicht, weil bei der Änderung die erforderlichen Anhörungen nicht stattgefunden hatten.

Der Mann, der auf einer Farm bei Bethanien eine deutsche Touristin vergewaltigt hat, muss für 24 Jahre hinter Gitter. Das habe das Regionalgericht Keetmanshoop am Freitag entschieden, berichtet der Namibian. Das Urteil liegt deutlich über der Mindeststrafe. Der Richter verwies auf den Ernst der Tat, die das Opfer das ganze Leben lang verfolgen werde. Der 32-Jährige, der auf Farm Barby angestellt war, hatte gestanden, am 31. Oktober vergangenen Jahres in das Gäste-Chalet der Touristin eingedrungen zu sein und die 34-jährige Frau vergewaltigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte 35 Jahre Haft gefordert.

Der traditionelle Nama-Führer David Frederick ist tot. Er sei am Freitag im Staatshospital Keetmanshoop nach langer Krankheit gestorben, meldet die Presseagentur NAMPA. Die Gouverneurin der Region ||Karas , Lucia Basson, die an der Seite von Familienangehörigen an seinem Sterbebett war, würdigte Frederick als einigende und für Frieden sorgende Persönlichkeit. Zusammen mit dem Ober-Chief der Herero, Vekuii Rukoro, hatte Frederick die Klage in New York gegen Deutschland wegen Völkermordes an Nama und Herero während der Kolonialzeit angestrengt. Er wurde 85 Jahre alt und hinterlässt seine Frau Anna und 17 Kinder.

In Tunesien wächst der Ärger über die anhaltenden wirtschaftlichen und sozialen Missstände. Erneut sind gestern wieder hunderte Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen. Anlass war der Jahrestag des Sturzes des langjährigen tunesischen Machthabers Ben Ali vor sieben Jahren. Die damalige Protestbewegung in Tunesien war der Ausgangspunkt des Arabischen Frühlings, der sich auf viele andere arabische Länder ausweitete.

Zum Auftakt diplomatischer Gespräche über die Jerusalem-Frage in Ramallah hat Palästinenser-Präsident Abbas US-Präsident Trumps Nahost-Politik als Ohrfeige des Jahrhunderts bezeichnet. Hintergrund ist die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA. Abbas hatte bereits darauf erklärt, dass die USA nun keine Rolle mehr als Vermittler im Nahost-Konflikt spielen können.

 

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