Mittwoch 23. Mai 2018

17. Mai 2018 - Nachrichten am Morgen

Die Familie Keil aus Windhoek, die im März vergangenen Jahres im Bwabwata-Nationalpark von einer Anti-Wilderer-Einheit beschossen worden war, klagt auf 3,2 Millionen Namibia Dollar Schadensersatz. Laut Allgemeiner Zeitung werfen Harald Uwe und Teresa Keil den Mitgliedern der Einheit in einer eidesstattlichen Erklärung grobe Fahrlässigkeit vor. Die bewaffneten Männer hätten ihr Auto gestoppt, sich nicht ausgewiesen und versucht, gewaltsam in den Wagen einzudringen. Das Ehepaar Keil ging eigenen Angaben zufolge von einem Entführungsversuch aus und fuhr deshalb davon. Einige der Männer hätten dann auf das Auto geschossen - ohne dass der Verdacht bestand, es handle sich bei der Familie um Kriminelle. Ein Kugelsplitter hatte die dreijährige Tochter im Kopf getroffen und musste im Krankenhaus entfernt werden.

Das Finanzministerium hat von der Vermittlung eines Millionen-Geschäftes durch die Firma Teko Trading im Jahre 2008 nichts gewusst. Das habe Minister Calle Schlettwein, damals Staatssekretär des Finanzministeriums, erneut vor dem Obergericht in Windhoek ausgesagt, berichtet der Namibian. Er habe von der Firma erst durch die Anti-Korruptions-Kommission erfahren. Im neu aufgerollten Prozess wird der ehemaligen Beamtin Teckla Lameck und ihrem Firmen-Partner Kongo Mokaxwa vorgeworfen, für Vermittlungsdienste rund 42 Millionen Namibia Dollar kassiert zu haben. Der dritte Angeklagte ist der Chef der chinesischen Firma Nuctech, Yang Fan. Es ging um die Lieferung von Flughafen-Gepäck-Scannern im Werte von etwa 422 Millionen Dollar.

Namibia und China wollen ihre Zusammenarbeit verstärken. Laut Namibian haben Parlamentspräsident Peter Katjavivi und sein chinesischer Amtskollege Li Zhanshu gestern ein Abkommen unterzeichnet, das einen Austausch von Parlamentariern beider Länder vorsieht. Li habe zudem die Lieferung eines speziellen Busses in Aussicht gestellt, in dem Abgeordnete durch das Land reisen und den direkten Kontakt zu Bürgern verstärken können. Präsident Hage Geingob würdigte nach einem Treffen mit Li die Spende von 30 Allradwagen zur Bekämpfung der Wilderei. Li gilt als rechte Hand von Präsident Xi Jingping und befindet sich auf seiner ersten Afrika-Reise.

Die Staats- und Regierungschefs haben sich auf dem EU-Gipfel in Bulgarien darauf verständigt, am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten - jedenfalls sofern der Iran seine Verpflichtungen erfüllt. Außerdem wurde eine Verhandlungsstrategie im Handelsstreit mit den USA festgelegt. Demnach sollen den USA Handelserleichterungen gewährt werden, wenn europäische Unternehmen von den Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium dauerhaft ausgenommen werden.

US-Präsident Trump hat sich erneut im Ton vergriffen: Er bezeichnete einige Migranten bei einem Treffen mit Republikanern in Washington als "Tiere". Trump sagte: "Man kann gar nicht glauben, wie schlimm diese Menschen sind, das sind keine Menschen, das sind Tiere, und wir bringen sie wieder außer Landes." Demokratische Politiker verurteilten die Äußerungen des US-Präsidenten. Trump hat mit seiner harschen Anti-Immigranten-Rhetorik immer wieder Empörung ausgelöst. Im Wahlkampf brandmarkte er etwa Einwanderer aus Mexiko pauschal als "Vergewaltiger".

Namibia erhält mit dem so genannten EUNIC Music Festival ein weiteres jährliches Kultur-Event. Ziel sei, den kreativen Austausch zwischen namibischen und europäischen Musikern zu fördern, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Goethe Institut, Franco Namibian Culture Centre, dem portugiesischen Centro Diogo Cão und der Delegation der Europäischen Union in Namibia. Demnach finden am Donnerstag kommender Woche am College of the Arts Master Classes statt, an dem Musiker aus Namibia, Deutschland, Frankreich und Portugal teilnehmen. Ergebnisse des kreativen Austausches werden am Samstag im Warehouse Theatre auf dem ersten EUNIC Music Festival präsentiert.

 

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