Mittwoch 20. Juni 2018

2. März 2018 - Nachrichten am Morgen

Viele Abgeordnete in der Nationalversammlung verdienen am Fischfang mit. Das geht laut Namibian aus dem Verzeichnis der Vermögenswerte und Einkünfte von Parlamentariern für 2015/16 hervor, das vergangene Woche auf Druck von Präsident Hage Geingob veröffentlich wurde. Demnach besitzen mindestens 24 der 104 Abgeordneten eine Fischerei-Firma oder sind Direktor einer solchen, darunter Parlamentspräsident Peter Katjavivi, Bildungsministerin Katrina Hanse-Himarwa und Innenminister Frans Kapofi. Fischereiminister Fischereiminister Bernard Esau kann Fischfang-Quoten an Firmen vergeben, ohne die Mengen offenzulegen. Viele Firmen haben ihre Quote nicht in Anspruch genommen, sondern weiterverkauft.

Der Ex-Vize-Minister für Bodenreform, Bernadus Swartbooi, hat auf einer Veranstaltung in Berlin zur Besetzung von Farmen deutscher Eigentümer aufgerufen. Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, war Swartbooi einer der Redner eines Symposiums an der Akademie der Künste, das am 27. Januar unter dem Titel "(Post-)Koloniales Unrecht und juristische Interventionen" stattfand. Im Kolonialkrieg 1904-1908 seien Herero und Nama fast 60 Millionen Hektar Land gestohlen worden, sagte Swartbooi. Dieses Land wolle man nun zurückhaben. Es gebe Deutsche, die einmal im Jahr zur Jagd auf ihre Farm kommen, zitiert ihn die AZ. In ihrer Abwesenheit werde man Zäune durchtrennen, Rinder hineintreiben und das Land besetzen. Wenn der Boss auf Deutschland komme, werde er neue Nachbarn vorfinden. Für seine Rede erhielt Swartbooi laut AZ langanhaltenden Applaus der rund 180 Teilnehmer.

Der Namibian muss den Leiter der Abteilung zur Piloten-Ausbildung von Air Namibia, Alois Nyandoro, für einen verleumderischen Artikel entschädigen. Das habe das Oberste Gericht habe gestern im Berufungsverfahren entschieden, berichtet die Allgemeine Zeitung. Die Klage Nyandoros richtete sich gegen einen Artikel vom März 2010. Die Redakteurin Jana-Mari Smith hatte darin unter Berufung auf anonyme Informanten berichtet, Nyandoro habe einer südafrikanischen Pilotin auf illegalem Weg eine Flugzulassung für Namibia sichern wollen. Dem Urteil zufolge lassen Unwahrheiten im Bericht darauf schließen, dass Smith nicht gründlich recherchiert und das Gebot der journalistischen Sorgfalt missachtet habe. Der Namibian muss Nyandoro 80.000 Namibia Dollar Entschädigung zahlen und seine Gerichtskosten tragen.

Die Zementfabrik Whale Rock nahe Otjiwarongo wird in einem Monat ihre Produktion aufnehmen. Das erklärte das Unternehmen gegenüber der Presseagentur NAMPA. Den ursprünglich anvisierten Start im Januar habe man verschieben müssen, weil die benötigten Steinpartikel nicht von lokalen Firmen geliefert werden konnten, sondern aus Ägypten importiert werden mussten. 24.000 Tonnen seien bereits in Walvis Bay entladen und nach Otjiwarongo transportiert worden. Im Februar fand auf Farm Cleveland die erste Sprengung statt, um den ebenfalls benötigten Kalk abzubauen. Ab August beschäftigt die Zementfabrik 600 Mitarbeiter.

Zwischen der Europäischen Union und den USA droht ein Handelskrieg. Nachdem US-Präsident Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminium Importe angekündigt hat, will die EU Gegenmaßnahmen ergreifen. Man werde nicht tatenlos zusehen, wie die europäische Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen werde, die Tausende Jobs gefährden, so Kommissionschef Juncker. Brüssel hat demnach bereits eine Liste mit amerikanischen Produkten erstellt, die ebenfalls mit Strafzöllen belegt werden könnten, darunter etwa Whiskey und Harley-Davidson-Motorräder.

 

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